Beiträge mit Tag ‘PKV’

PKV: Chefarzt muss zugesagte OP durchführen

Geschrieben von mklb am in Gesundheit und Medizin    |    weiterlesen

Wenn eine Operation durch den Chefarzt zugesagt ist, muss sie von ihm durchgeführt werden: Das hat der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil jetzt festgelegt. Privat Versicherte erhalten dadurch mehr Sicherheit bei einem anstehenden Eingriff. Häufig verlassen sie sich auf die Durchführung durch den Chefarzt, sofern ihr PKV-Tarif diese Leistung vorsieht. In der Praxis sieht es anders aus, denn wenn der Arzt gerade durch einen akuten Notfall gebunden ist oder anderweitig unabkömmlich ist, führen kompetente Oberärzte den Eingriff durch. In Zukunft wird dieses Vorgehen schwieriger. 

OP ohne Chefarzt begründet Anspruch auf Schmerzensgeld

Im vorliegenden Fall hatte ein Patient geklagt, der wegen einer Fehlstellung am Finger der linken Hand operativ behandelt werden musste. Zugesagt war der Eingriff durch einen Chefarzt. Allerdings übernahm dann der stellvertretende Oberarzt die OP. In der Folge entstanden enorme Beeinträchtigungen der Hand, obwohl die OP selbst nachweislich fehlerfrei abgelaufen ist. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied deshalb, dass dem Patienten kein Anspruch auf Schmerzensgeld zusteht, weil kein Fehler nachzuweisen sei. Der Bundesgerichtshof hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil anders entschieden (Az. VI ZR 75/15). Da der Patient keine Einwilligung gegeben habe, dass der Eingriff von einem Oberarzt durchgeführt werden konnte, spiele es keine Rolle, ob die Operation fehlerfrei abgelaufen sei oder nicht. Der Eingriff sei schon deshalb rechtswidrig, weil nicht wie zugesagt der Chefarzt operiert habe. In jedem Fall müsse man den Patienten vorab informieren, dass nicht der Chefarzt bei der OP anwesend sei, sondern der ihn vertretende Oberarzt. Das war im vorliegenden Fall nicht gegeben. Die Klage wurde an das Oberlandesgericht Koblenz verwiesen und muss dort erneut aufgerollt werden. Es ist zu erwarten, dass dem Patienten ein Anspruch auf Schmerzensgeld zusteht. 

So läuft die Praxis ab

In der täglichen Krankenhauspraxis sind ähnliche Fälle keine Seltenheit. Wenn der Chefarzt zu einem akuten Notfall gerufen wird, wenn er sich überraschend an einem komplexen Eingriff beteiligen muss oder wenn andere Gründe gegen seine Anwesenheit im OP-Saal sprechen, führt der stellvertretende Oberarzt den Eingriff durch. Experten gehen sogar davon aus, dass ein erfahrener Oberarzt häufig noch mehr praktische Erfahrung hat und deshalb der bessere Operateur ist als der Chefarzt. Ihm obliegt oft nur die Aufsicht über sehr komplexe Operationen, die praktische Erfahrung am OP-Tisch kann schon einige Jahre zurückliegen. Wenn es sich abzeichnet, dass der Chefarzt den Eingriff nicht durchführen kann, muss der Patient aber darüber informiert werden und sein Einverständnis geben. Das gilt für die Operation selbst, aber auch für die Anästhesie und die weitere Betreuung mit der Nachsorge. 

Ein Urteil mit Grundsatzcharakter

Sollte es passieren, dass das Oberlandesgericht Koblenz einen Schmerzensgeldanspruch bestätigt, hätte das Urteil durchaus einen grundsätzlichen Charakter. Für die Kliniken bedeutet das, ihre Patienten in Zukunft noch besser und sorgfältiger aufzuklären, als dies heute der Fall ist. Für Versicherte mit entsprechenden PKV-Tarifen heißt das, dass ihnen ein Anspruch auf Schmerzensgeld zusteht, selbst wenn der Eingriff völlig problemlos verlaufen ist. Auch wenn keine Beschwerden nach der OP festzustellen sind, könnte der Patient juristisch ein Schmerzensgeld durchsetzen, wenn er nicht von einem Chefarzt behandelt wurde. Welche besonderen Leistungen es in der privaten Krankenversicherung neben der Chefarztbehandlung noch gibt, erfährt man auf https://www.private-krankenversicherungen.net/leistungen/

PKV: Wer profitiert davon heute noch?

Geschrieben von Luk Meier am in Bank und Versicherung    |    weiterlesen

Jeder Erwerbstätige, der einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht und dessen Einkommen über der JAEG (der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze) liegt, kann eine PKV abschließen. Freiberufler, Beamte und Selbstständige können sich bei vielen Anbietern unabhängig vom Einkommen immer privat krankenversichern. Eine private krankenversicherung ermöglicht allen Versicherungsnehmern eine individualisierte und umfassende medizinische Versorgung.

Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV

Geschrieben von hiospu am in Bank und Versicherung    |    weiterlesen

In den meisten Fällen bietet eine private Krankenkasse deutlich mehr Leistungen als eine normale gesetzliche Versicherung. Allein schon die Behandlung im Krankenhaus – vom Einzelzimmer bis zur Chefarztbehandlung – ist für privat Versicherte viel umfangreicher. Allerdings ist es nicht so einfach, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln, denn hier muss einiges beachtet werden.

Gesundheitsreform – Was die Versicherten wissen sollten

Geschrieben von findur am in Finanzen und Wirtschaft    |    weiterlesen

Mit der vorerst letzten Stufe der Gesundheitsreform, die ab 1. Januar 2009 in Kraft trat, kamen auf die Kassenpatienten aber auch auf die Versicherten, die eine Private Krankenversicherung gewählt hatten, verschiedene Änderungen zu, die von Experten und Sachkundigen als eher negativ für die Versicherten bewertet wurden. Schon jetzt sollten sich daher alle Versicherten informieren, was auf sie zukommt, um gegebenenfalls noch vor der Jahreswende entsprechende Maßnahmen ergreifen

PKV Tarifvergleich: Gegenüberstellung lohnt sich !

Geschrieben von yung am in Finanzen und Wirtschaft    |    weiterlesen

Im Web wird der PKV Tarifvergleich zum Kinderspiel. Man kann es sich sparen, sich durch einen Vertragsdschungel zu kämpfen! Zahlreiche Internetseiten bieten einen PKV Tarifvergleich an. Als Hilfsmittel werden die so genannten Versicherungsrechner kostenlos angeboten. Man muss nichts anderes tun, als das praktische Tool mit den gefragten Daten zu füttern. In Folge wird einem eine Liste mit den besten Anbietern dargeboten.Das Thema „Krankheit“ ist ein Thema für sich. Die meisten Menschen haben

Freiwillige Krankenversicherung oder doch PKV?

Geschrieben von rafaeldaunenhauer am in Finanzen und Wirtschaft    |    weiterlesen

Bestimmte Gruppen haben einen Wechsel private Krankenversicherung als Möglichkeit offen. Wer nicht bei der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig ist, kann den Privat Krankenversicherung Wechsel in Betracht ziehen. Zu denen, für die der Privat Krankenversicherung Wechsel machbar ist, gehören losgelöst vom Lohn Selbständige und Freiberufler. Bei einem Wechsel Krankenversicherung privat sollte man viele Punkte berücksichtigen und nicht überstürzt handeln. Es ist wichtig, erst einmal herauszufinden,