Pflegebedürftige sind unzureichend informiert

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In Deutschland leben zur Zeit ca. 2,25 Millionen pflegebedürftige Menschen und die Prognosen zeigen für die nächsten Jahre eine rapide Steigerungsrate. Unsere Bevölkerung wird immer älter und damit steigt auch das Risiko pflegebedürftig zu werden, d.h. je älter ein Mensch wird, um so höher steigt das Risiko dass er pflegebedürftig wird. Bereits heute schon muss sich jeder Zweite darauf einstellen im Alter pflegebedürftig zu werden. Einer Studie zufolge waren von allen Männern die 2008 verstarben 42% und von allen Frauen sogar 60% auf fremde Hilfe angewiesen. Leider ist das Thema „Pflegefall“ oder „Pflegebedürftigkeit“ innerhalb der Familien immer noch ein Tabuthema. Eine im November vom IMWF (Institut für Management und Wirtschaftsforschung) in Auftrag gegebenen repräsentative Forsa-Studie belegt, dass ca. 60% der Deutschen noch nichts von der Mitte 2008 beschlossenen Verbesserungen in den Pflegeleistungen gehört haben. Zwei Drittel der Befragen (bei den über 60-jährige sogar ca. 80%) kennen nicht ihren rechtlichen Anspruch auf unabhängig, neutrale und umfassende Pflegeberatung. So kommt die Konfrontation mit dem Thema für viele Familien, Kinder oder Angehörige völlig überraschend. In den meisten Fällen ist dann schnelles Handeln erforderlich: Umfassende Hilfe erhalten Betroffene und ihre Angehörigen in den neu eingerichteten Pflegestützpunkten. Leider ist die Kenntnis über die Pflegestützpunkte in der Bevölkerung eher gering. Ihre gebündelten und koordinierten Hilfs- und Unterstützungsangebote sind Betroffenen und Angehörigen weitgehend unbekannt. Dabei soll die Pflegereform 2008 die Wünsche und Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen noch besser berücksichtigen und soll ihnen helfen, so zu leben, zu wohnen und betreut zu werden, wie sie es gerne möchten. Dazu gibt es eine Reihe von Unterstützungs- und Förderprogrammen. So erhalten Pflegepersonen bereits nach sechs Monaten Anspruch auf Pflegevertretung im Urlaub. Auch die kurzzeitige Freistellung von der Arbeit (bis zu 10 Tagen) sowie die neue Pflegezeit (Freistellung von der Arbeit bis zu sechs Monate) sind Angebote die Pflegebedürftigen und vornehmlich den berufstätigen Angehörigen zu Gute kommen. Eingeführt wurde ebenfalls die Pflegestufe 0, für alle altersverwirrten Menschen, die den Anspruch auf Pflegestufe 1 noch nicht erfüllen, aber dennoch einen Pflegebedarf haben. Auch wird die stationäre Unterbringung von demenzerkrankten Menschen durch zusätzliche Hilfs- und Betreuungsangebote besonders unterstützt.

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Autor: PSP-24.de -  Gerhard Schanz
pflegestuetzpunkte@t-online.de