Miscanthus und seine Verwendung
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Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten dieser auch als
Chinaschilf bezeichneten Pflanze umfassen vier Bereiche:
• direkte Nutzung
• Verwendung der Fasern
• Verbrennung
• Energiegewinnung aus Biomasse
In China wurde und wird der schnellwüchsige Miscanthus direkt als
Futterpflanze und Tiereinstreu genutzt. Im Vergleich zu Weizen und Mais ist Chinaschilf robuster, benötigt weniger Wasser und kaum Dünger. In Asien hat die Verwendung der Fasern Tradition. Ob für Körbe, Matten oder als Sichtschutz im Garten
– die langen Halme sind das ideale Ausgangsmaterial für
Flechtwerk jeder Art. Zumal dort aufgrund der niedrigeren Löhne solche traditionell hergestellten Artikel gegenüber Massenware aus Kunststoff noch konkurrenzfähig sind. In Europa dagegen besetzt diese direkte Anwendungsart momentan eher eine ökologische Nische. Das könnte sich mit steigenden Ölpreisen durchaus ändern. Derzeit kommen die Fasern bei uns als
Füllmaterial in Spanplatten sowie Beimischung in Leichtbetonbausteinen und Dämmstoffen zum Einsatz. Eine neuentwickelte Mischung aus Kies, Beton, Rapsstroh und Chinaschilf brachte im Vergleich zu Wänden aus Beton, Aluminium oder Holz eine deutlich bessere Lärmschutzwirkung. Die ersten Schallschutzwände aus diesem vielversprechenden Materialmix an Autobahnen und Schnellstraßen haben den Praxistest bestanden. In Zeiten steigender Energiekosten wird die mögliche
Energiegewinnung aus Chinaschilf erforscht. Miscanthus enthält wenig Wasser, bildet kaum Asche und hat einen hohen Brennwert. Diesen günstigen Eigenschaften steht die Schlackenbildung bei der Verbrennung in Form von Häckselgut gegenüber. Bessere Ergebnisse erhält man beim Verbrennen von Briketts aus Chinaschilf. Derzeit wird getestet, ob sich durch Pelletierung noch günstigere Heizwerte erreichen lassen. Die ideale Form der
energetischen Nutzung scheint der Einsatz der schnellwüchsigen Pflanze in Biomasse-Heizkraftwerken zu sein. Besonders das Riesen-Chinaschilf (
Miscanthus gianteus) liefert wahre „Biomassen“ im besten Sinne des Wortes. Erste Pilotanlagen in Deutschland und Österreich sind in Betrieb. Dabei sind in manchen Bereichen noch Verbesserungen nötig. Dennoch lässt sich absehen, dass Miscanthus alias Chinaschilf künftig eine wichtige Rolle auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe spielen wird. Zumal – anders als bei Raps oder Mais – langjährige Ernten in Dauerkulturen möglich sind.
Autor:
hempstar - für Meyer, Klaus-Martin et al.
km@49186.com