Liegerad
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Ein Fahrrad, das eine nach hinten geneigte Liege- beziehungsweise Sitzposition aufweist, nennt man Liegerad. Das
Liegerad hat keinen Sattel, sondern verfügt über einen Schalen- oder Netzsitz, was also im Gegensatz zu einem traditionellen Drahtesel steht. Vorne angebracht sind die Pedale und das Tretlager. Diese befinden sich beim Langlieger hinter, beim Kurzlieger vor dem Pedal. Außerdem gibt es auch Liegeräder mit etwas aufrechterer Sitzposition, die man Sesselräder nennt, aber auch als Scooterbikes
betitelt werden. Der Lenker befindet sich bei einigen Modellen vor dem Oberkörper (Oberlenker), andere Varianten verfügen über einen Unterlenker, hier befindet sich der Lenker neben dem Sitz. Mit Ausnahme der seltenen Knicklenker kann ein
Liegerad nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung eigentlich von jedem Menschen bedient werden.
Ausgeschlossen sind Liegeräder von den meisten ausgetragenen öffentlichen Radsport-Wettbewerben, die nach UCI-Regeln bestritten werden. Denn der Radsport-Weltverband lässt zu Wettbewerben nur Fahrräder mit Diamantrahmen zu. Das Konzept des Liegerads wurde im Fahrradbau in den 1880er und 1990er Jahren von diversen Erfindern umgesetzt, nachdem der Kettenantrieb immer populärer geworden war. Es gab zahlreiche Varianten von Liegerädern. So befanden sich darunter auch die ersten Vorläufer des Liegerades (französisches Fauteuil-Velociped/1893). Auch das Sesselrad des Schweizer Herstellers Challand (1895) gehörte dazu. Die heute bekannten Basistypen des Liegerades wurden bereits in den darauffolgenden Jahren entworfen. Dazu gehört das Brown-Recumbent (Vorläufer des Scooter-/Chopper-Rades, das man um die Jahrhundertwende in den USA entwickelte) und das Bauch Liegerad Mr. Darling (1896). Über das Stadium des Prototyps kamen andere Konzepte (z.B. Liegerad inklusive Ruderantrieb) nicht hinaus. Die ersten Liegerad Modelle waren allesamt Langlieger.
Autor:
Elizabeth Bourne - Elizabeth Bourne
elizabeth.bournee@gmail.com