Algen und Jatropha – Potentielle Biodieselpflanzen?
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Dass Erdöl knapp ist und innerhalb der nächsten Jahrzehnte die letzten Ressourcen erschöpft sein werden, wird lange schon proklamiert. Deshalb suchen Spritkonzerne nach Auswegen aus einer möglichen künftigen Energiekrise. Neben Solarenergie und Windkraft hat man vermehrt daran gearbeitet, alternativ Sprit aus biologischen Materialien zu erzeugen. Beispiel hierfür ist die Biodieselgewinnung durch Pflanzen wie Jatropha und Algen. Die Früchte
der Jatropha sind begehrt. Denn diese enthalten bis zu 35
Prozent Öl, wodurch sich die Früchte nach Angaben der Hersteller besser für die Biodieselproduktion eignen als Rapsöl. Die Pflanze ist ursprünglich heimisch in Zentralamerika, der Anbau wird ferner in Asien und Afrika kultiviert. Die Bezeichnung “Biodiesel” in Bezug auf Dieselgewinnung aus der Jatropha ist sicher irreführend. Zwar wird der Diesel aus biologischem Material gewonnen, allerdings hat der Zusatz “Bio” für viele den Beigeschmack, dass der Anbau die Umwelt nicht nachhaltig schädigen wird. Für Jatropha, die auch unter dem Namen Ölpalme bekannt ist, gilt hierfür jedoch genau das Gegenteil. Vielen Einheimischen wurde von der dortigen Regierung zugesichert, der Anbau von Jatropha könne auch auf sehr schlechten, trockenen Böden erfolgen und würde das Einkommen langfristig sichern. Tatsache ist aber, dass trockene Böden die Erträge der Pflanzen sinken lassen. Dass heißt, die Ländereien müssen aufwendig bewässert werden. Die Monokulturen zerstören ferner die Natur vor Ort. Für mehr Jatrophaanbau werden z. B. in Indonesien und Malaysia wertvolle Regenwaldflächen gerodet, wodurch als Nebeneffekt der Brandrodung das in den Bäumen gespeicherte CO² in die Atmosphäre freigesetzt wird. Von ökologischem Anbau kann da keine Rede sein. Während die Biodiversität schwindet und die indigene Bevölkerung unter der zunehmenden Beschneidung ihres Lebensraumes und ihrer Nahrungsquellen leidet, wird die Agrospritgewinnung vor Ort jedoch weiter subventioniert. Denn die Grundstückspreise für Regenwaldland sind vergleichsweise niedrig.
Auch
Algen sollen dreißig Mal ergiebiger in der Biospritgewinnung sein als Raps. Algen werden als relativ leicht zu züchten eingestuft und sind bereits in Vielzahl vorhanden. Allerdings steht die Treibstoffgewinnung aus Algen noch am Anfang ihrer Entwicklung, obwohl es in der Testphase bereits ein Fahrzeug gegeben hat, bei dem die Fahrt mit
Biodiesel aus Algen geglückt ist. Vielleicht gelingt im Laufe der weiteren Entwicklung der Biodieselgewinnung aus Algen die Erzeugung eines tatsächlichen Biosprits, der diesen Namen auch verdient. Das wird aber nur der Fall sein, wenn der Mensch keinen Raubbau an Algen betreibt. Denn auch Algen sind Teil der Nahrungskette und als Nahrungsquelle für kleine Meerestiere, die wiederum Nahrungsquelle für Fische darstellen. Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass es die nachhaltige Nutzung der Natur ist, die erstrebenswert ist. Denn nur so lassen sich Forschung, Wirtschaft, Technologie und Ökologie vereinen.
Autor:
hempstar - für Meyer, Klaus-Martin et al.
km@49186.com